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Malchower Volksfest

Kurzfassung Heft 7
erschienen: 1999

Autoren: Dr. Erich Martin. Besondere Unterstützung erhielt er von Herrn Hans Hübner, Frau Kass, Frau Böge sowie vom Volksfestverein.

 

Diese Broschüre, die sich mit dem Malchower Volksfest von seinen Anfängen bis zur Gegenwart beschäftigt und in untrennbarem Zusammenhang mit der Geschichte des Malchower Kinderfestes zubetrachten ist, erschien im Jahre 1999.
Im vorliegendem Heft zur Malchower Stadtgeschichte wird die Geschichte des Malchower Volks- und Kinderfestes nicht nur interessant dargestellt, sondern durch zahlreiche Fotos und Kopien von Originaldokumenten sehr anschaulich dokumentiert.

 

Malchower Volksfest seit 1853

Das Malchower Volksfest hat seinen Ausgang indem seit 1837 durchgeführten Kinderfest. Zu dieser Zeit gab es neben den kirchlichen und staatlichen Festtagen kaum weitere gesellschaftliche Höhepunkte, die dem Bürger zugänglich waren. Auch die Markttage boten wenig Abwechslung. Es blieb also nur das bereits bestehende Kinderfest. Es dauerte aber noch bis 1853, als der Magistrat der Stadt Malchow dem „allgemeinen Wunsch des größten Teils hiesiger Einwohner seine Genehmigung erteilte, dass am Sonntag dem 03. Juli ein sogenanntes Volksfest auf dem Kinderplatz abgehalten werde möge.“ Das Jahr 1853 ist somit das Geburtsjahr des Malchower Volksfestes.

 

Die Volksfestorganisation - Ein besonderes Ehrenamt

Zu den Besonderheiten des Malchower Volksfestes gehört auch, dass von Anbeginn die Organisation und Durchführung ehrenamtlich von Malchower Bürgern vorgenommen wurde. Dazu wurde ein Festkomitee, später der Volksfestausschuss und seit 1991 der Volksfestverein gegründet. „Man kann ohne Übertreibung sagen, dass das Engagement der Organisatoren des Volksfestes, das älteste kulturelle Ehrenamt der Stadt Malchow ist.“ (Mz 20.03.2001, S.12)

 

Ältestes Heimatfest in M-V und immaterialles Kulturerbe

Die Rolle und Bedeutung des Malchower Volksfestes ist nicht nur in den Grenzen der Inselstadt Malchow zu sehen. Als das Bildungsministerium in M-V im Juli 2013 Vorschläge für die Aufstellung eines immateriellen Kulturerbes in Deutschland suchte, hat die Stadt Malchow nicht lange gezögert und am 25.11.2013 solch einen Antrag gestellt, um in das bundesweite Verzeichnis aufgenommen zu werden. Diese Bewerbung wurde 2014 positiv für die Inselstadt beschieden und somit ist das Malchower Volksfest ab Dezember 2014 Bestandteil des Bundesweiten „Verzeichnisses des immateriellen Kulturerbes“.
Eine tolle Auszeichnung für das Malchower Volksfest und gleichzeitig eine Würdigung für die „Macher“ des Volksfestes und für die ehrenamtliche Arbeit des Volksfestvereins. In der Begründung zur Aufnahme in das Bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes heißt es: „Das Malchower Volksfest mit fast 166 Jahren ist das älteste Heimatfest in M-V. Es war das erste Volksfest, das unabhängig von der Kirche als weltliches Ereignis gefeiert wurde und galt daher als Zeichen der Unabhängigkeit. Von Bürgern für Bürger organisiert, dient das Fest seit jeher der kulturellen Bildung und dem gemeinschaftlichen Zusammenhalt. Am großen Festumzug und Kinderumzug beteiligen sich Betriebe, Sport- und Kulturvereine, Kindereinrichtungen und Schulen sowie viele Bürger aus Malchow und dem Umland. Jedes Jahr wird ein vielfältiges Programm organisiert, wobei Musik ein wesentlicher Bestandteil ist. Ein Beispiel ist das „Musikalische Wecken“, bei dem die Einwohnerinnen und Einwohner der einzelnen Stadtteile durch Spielmannszüge und Blasorchester aus dem Schlaf geholt werden. Höhepunkte des Festes sind der Bootskorso mit geschmückten und beleuchteten Booten und das anschließende, zu klassischer Musik gestaltete Höhenfeuerwerk. Sich gut gelaunt und gemeinsam dem Alltag zu entziehen und zusammen lachen zu können, sind wichtige Aspekte des Malchower Volkes. Mit diesem Fest werden Traditionen bewahrt, weitergegeben und zugleich kontinuierlich neu gestaltet. Das kreative Gedankengut eines jeden Einzelnen spiegelt sich in Kostümen, geschmückten Booten, Häusern, Gärten und verschiedenen Bühnenpräsentationen wieder.“

 

Dieter Kurth

Stadtarchivar