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Geschichte des Malchower Medizinalwesens

Kurzfassung Heft 13:
erschienen: 2014

Autoren: Dr. med. Hans Jürgen Bochert, Dr. med. dent. Klaus Drawe, Archivar Dieter Kurth, Lektorinnen Heidi Hecht, Monika Friedrich, Ingrid Kass, Dieter Schmaglowski

 

Das Heft wurde auf einer Veranstaltung am 26.Juni 2014 in der Werleburg dem Publikum durch Herrn Dr. med. dent. Klaus Drawe und Herrn Dr. med. Hans-Jürgen Bochert vorgestellt. Auf Initiative von Herrn Dr. Hartmut Kienapfel (†2011) wurden umfangreiche Recherchen angestellt, Dokumente gesichtet, Archive besucht, Bilder ausgewählt und Beiträge erstellt. Besonders den Autoren, Dr. med. Hans Jürgen Bochert und Dr. med. dent. Klaus Drawe, dem Archivar Dieter Kurth, den Lektorinnen Frau Heidi Hecht, Monika Friedrich und Frau Ingrid Kass sowie Herrn Dieter Schmaglowski (†2013) ist es zu verdanken, dassdieses interessante Heft erstellt werden konnte.

 

Bedeutung der medizinischen Versorgung

Im Vorwort ist zu lesen, dass die medizinische Versorgung der Bevölkerung wichtig für Stadt und Land ist. Geprägt wurde diese Entwicklung immer von bedeutenden Personen, seien es in der Vergangenheit die Familie Hartmann, der Wundarzt Podesta oder auch Dr. Heydemann, der das Medizinalwesen der Inselstadt Malchow zu DDR Zeiten wesentlich mit bestimmte.
Im Heft 13 wird das Auf und Ab im Medizinalwesen dargelegt. Die Gegenwart zeigt, dass in einer Stadt wie Malchow Potential vorhanden ist, auf diesem Gebiet für die Bevölkerung noch mehr zu erreichen. Im Heft wird zu Anfang dargestellt, wie es um die medizinische Betreuung im 19. Jahrhundert in Mecklenburg-Schwerin und speziell im Dorf Malchow/Kloster und Stadt Malchow bestellt war.

 

Die Geschichte und Situation der Krankenhäuser in der Geschichte

Unter anderem wurde die Situation der Krankenhäuser und die finanzielle Situation der Ärzte betrachtet. So widmet sich ein Kapitel der Geschichte der Krankenhäuser. Während das Krankenhaus im Dorf Malchow/Kloster nachweislich schon 1813 existierte, wird die Gründung des Stadtkrankenhauses auf das Jahr 1896/97 datiert. Die Geschichte des Krankenhauses Malchow wird umfassend und ausführlich dargestellt. Es wird u. a.die Finanzierung des Gebäudes und der nachfolgenden Anbauten und die Nutzung des Krankenhauses durch die praktisch tätigen Ärzte und Belegärzte beschrieben.
Einen breiten Raum nimmt die Rolle des Krankenhauses in der Zeit während des Nationalsozialismus ein. Die Nachkriegsgeschichte und die allmähliche Konsolidierung wird ebenso beschrieben, wie das dort arbeitende Personal und die praktizierenden Ärzte. Die Ausführungen zu den letzten Jahren bis zur Wende, die Umstrukturierung und der Umbau zum Seniorenheim „Dr. Hans Heydemann“ werden ebenfalls ausführlich behandelt.

 

Bedeutung Dr. Hans Heydemann

Die Geschichte des Medizinalwesens der Stadt Malchow wurde durch viele Persönlichkeiten geprägt im Stadtkrankenhaus, im Besonderen durch Dr. med. Hans Heydemann.

Dieser machte Malchow über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Nicht nur durch sein berufliches Wirken, sondern auch durch sein Hobby der Fotografie. Die Malchower Farbfototage waren DDR weit bekannt und fanden auch international große Beachtung.

 

Das ambulante Medizinalwesen

Ein weiterer Schwerpunkt des Heftes ist das ambulante Medizinalwesen. Das Landambulatorium wird ebenso betrachtet, wie z. B. das Betriebsgesundheitswesen und die Gemeindeschwesternstationen sowie weitere gesundheitsrelevante Einrichtungen und Dienste, medizinische Betreuungs- und Pflegeeinrichtungen 2013 und die Arztpraxen 2013.

Interessant ist auch der Beitrag zu den Mitarbeitern des Krankenhauses und des Ambulatoriums um 1960–1990.

 

Die Zahnheilkunde

Natürlich darf zur Geschichte des Medizinalwesens die Zahnmedizin nicht fehlen. Dieser Teil des Heftes beginnt mit einer kurzen Einführung zur geschichtlichen Entwicklung der Zahnheilkunde. Dazu wird die Frage, wie man zahnmedizinische Fachkraft wird, genauso betrachtet wie das staatliche Gesundheitswesen von Beginn an bis in die heutige Zeit. Anhand der Wirkungsstätten der Malchower Zahnärzte wird ein interessanter Einblick in die Tätigkeit der Zahnärzte gegeben und es wird u. a. dargestellt, mit welchen Widrigkeiten sich gerade in den Nachkriegsjahren und während der „DDR-Zeit“ auseinander gesetzt werden musste, um praktizieren zu können. Das Schlusskapitel gibt noch einmal einen Überblick über die Zahnarztpraxen bis 2013. Abschließend ist fest zu stellen, dass in diesem Heft 350 Jahre Medizingeschichte und 150 Jahre zahnärztliche Versorgung in bewundernswerter Akribie zusammengestellt wurden. Außerdem wurde aufgezeigt, wie wichtig und unentbehrlich die aufopferungsvolle Arbeit des Personals, von den Ärzten, den Fachkrankenschwestern bis hin zu den Helfern und Technikern war und auch noch ist.

 

Das Medizinalwesen nach der Wende

Die Wende brachte große Veränderungen mit sich, die auch an Malchow nicht spurlos vorüber gingen. Das alte Krankenhaus erhielt einen neuen Verwendungszweck als Seniorenheim „Dr. Hans Heydemann“. Das Landambulatorium wurde geschlossen. Die Räumlichkeiten werden jetzt von niedergelassenen Ärzten betrieben.

Das Genesungsheim auf dem Kloster erfuhr in den vergangenen Jahren ebenfalls einer vielfältigen Umnutzung. So fungierte es als Gaststätte, Lungenheilstätte sowie als Ferien- und Schulungsheim. Nach der Wende wurde das Objekt zum Verwaltungsgebäude des Amtes Malchow-Land umgebaut (bis Ende 2004). Die neue Rehabilitationsklinik wurde in der August-Bebel-Straße gebaut und 1997 eingeweiht. Diese Klinik entspricht in vollem Umfange den heutigen Anforderungen. Mit diesem Heft 13 zur Stadtgeschichte von Malchow haben die Autoren, einschließlich Dr. Hartmut Kienapfel (†2011) und Dieter Schmaglowski (†2013) ein einmaliges Zeitdokument geschaffen.

 

Das Heft 13 ist im Orgelmuseum, in der Tourist-Information sowie im Stadtarchiv erhältlich.

 

Ulrich Lange

Mitglied Arbeitskreis Stadtgeschichte